Holzpellets

Holzpellets sind Presslinge aus naturbelassenem Holz. Sie werden fast ausschließlich aus Reststoffen der Sägereien und der holzverarbeitenden Industrie produziert. Die vorkonfektionierten Ausgangsstoffe mit definierter Feuchtigkeit und Körnung werden in Kollergangpressen durch eine Lochmatrix gepresst. Die hierbei entsthehenden Temperaturen reichen aus, um das im Holz enthaltene Lignin für die spätere Festigkeit der Pellets zu nutzen. Bindemittel werden selten benötigt, in diesen Fällen wird Mais oder Stärke in sehr geringen Mengen beigemischt.

Studien haben gezeigt, dass für die Produktion und Bereitstellung von Holzpellets gegenüber anderen Brennstoffen weit weniger Energie aufgewendet werden muss.
Im Diagramm ist der jeweilige Energieaufwand zur Herstellung der jeweiligen Brennstoffe aufgeführt, angegeben in % bezogen auf den Heizwert. Bei Holzpellets, welche aus Mehl oder Spänen hergestellt werden (übliches Verfahren) beträgt der energetische Aufwand gegenüber Flüssiggas weniger als ein Fünftel, gegenüber Erdgas weniger als ein Drittel und gegenüber Heizöl nur geringfügig über einem Fünftel (© Deutsches Pelletinstitut GmbH).

 

Holzpellets sind als normierter Brennstoff erhältlich, Kesselhersteller empfehlen Holzpellets, welche der DIN ENplus A1 entsprechen. Die wichtigsten Merkmale sind:

¬  Durchmesser: 6 mm
¬  Länge: länger als 3,15 und kürzer als 40mm, maximal 1% länger bis 45mm
¬  Wassergehalt: kleiner gleich 10%
¬  Aschegehalt: kleiner gleich 0,7%
¬  mechanische Festigkeit: größer gleich 97,5%
¬  Feinanteil: kleiner 1%
¬  Schüttdichte: größer 600kg pro Kubikmeter
¬  Heizwert: größer 4583 und kleiner 5278 kWh pro Tonne
¬  Ascheschmelzverhalten: größer gleich 1200 C°.

Die strengen Vorgaben der DIN ENplus A1 bieten gegenüber anderen Holzbrennstoffen (Stückholz, Hackschnitzel) große Vorteile. Die Pelletfeuerung kann durch genaue Dosierung von Brennstoff und Verbrennungsluft optimal betrieben werden, was wesentlich höhere Wirkungsgrade bei gleichzeitig deutlich geringerem Schadstoffausstoß zur Folge hat. Die automatische Brennstoffbeschickung und Entaschung ermöglichen hohe Zuverläßigkeit und komfortablen Betrieb, wie man dies nur von Gas- oder Ölfeuerungen kennt. Durch die gleichbleibenden Brennstoffeigenschaften lassen sich Holzpellets zudem in unterschiedlichsten Systemen problemlos lagern, welche einfach aus dem LKW pneumatisch beschickt werden. Der beim Einblasevorgang entstehende Staub wird dabei abgesaugt und gefiltert. Holzpellets sind bundesweit und termingerecht erhältlich.

Holzpellets sind trotz weltweiter Produktion ein heimischer Brennstoff, der Markt ist mittelständisch und regional orientiert. Die gesamte Produktionskette wird weder von politischen Unruhen noch von zunehmender Knappheit beeinflusst, mit ein Grund, warum sich die Preisentwicklung nicht am Öl- oder Gasmarkt orientiert. Holzpellets unterliegen folglich nicht den Teuerungsraten, wie man sie bei Erdgas oder Heizöl kennt. Über die vergangenen 15 Jahre sind Holzpellets im Schnitt 1,87% pro Jahr teurer geworden, Erdgas 4,89% und Heizöl 4,34% (Stand April 2016, bundesweite Durchschnittspreise). Da in der nahen Vergangenheit sowohl die Heizöl- als auch Erdgaspreise stark gesunken, bezw. stagniert sind, werden sich die Teuerungsraten für Erdgas und Heizöl kurzfristig wieder nach oben anpassen. Der Energiepreis für Holzpellets liegt derzeit bei 4,7 Cent/kWh, für Erdgas bei 6,6 Cent/kWh und für Heizöl bei 6,1 Cent/kWh.

Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde von der Deutschen Forstwissenschaft geprägt. Nachhaltigkeit liegt also der Waldnutzung zu Grunde. In der dritten Bundeswaldinventur (BW13) wurde ein Zuwachs von 122 Mio m3 pro Jahr ausgewiesen, dem gegenüber steht eine Holznutzung von 76 Mio m3 pro Jahr gegenüber. Generll gilt: Die Holzvorräte nehmen zu! Zudem werden Holzpellets fast ausschließlich als Koppelprodukt aus den Resten der Sägeindustrie produziert.

Sehr viele Informationen rund um das Thema Holzpellets stellt der Deutsche Pellet- und Energieholzverband e.V. zur Verfügung.

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